Persönliche Grenzerfahrung in Kenia

 

Kenia ist wunderschön. Ich werde die Farben des Landes mit ihrer unglaublichen Natur niemals vergessen. Auf der anderen Seite haben wir aber auch die große Armut des Landes gesehen. Sie hat mir die Augen geöffnet mich gelehrt, dankbarer und glücklicher im Leben zu sein. Ich habe lange überlegt, ob und wie ich euch von Kenia erzähle. Letztendlich finde ich es wichtig, solche Erfahrungen zu teilen. In diesem Blogbeitrag erzähle ich euch von einer Reise mit Höhen und Tiefen.

DIE SCHÖNHEIT KENIAS

Vor zwei Jahren bin ich mit meiner Mutter nach Kenia geflogen und gleichzeitig in eine andere Welt. Der Strand war so leuchtend weiß, dass er uns in den Augen geblendet hat. Das wunderschöne, türkisblaue Wasser und der saftig grüne Regenwald erstreckten sich entlang der kilometerweiten Strände. Hin und wieder zogen Menschen mit einer Kamelherde am Strand vorbei. Affen schwangen sich von Baum zu Baum und klauten uns geschickt unsere Bananen vom Teller, welche wir frisch von den zahlreichen Bananenstauden pflücken konnten. In einer Stunde war strahlender Sonnenschein und in der nächsten platzte der Regen mit Blitz und Donner auf uns herab. Ein paar Minuten später wieder Sonnenschein. Die grünen Pflanzen glitzerten dann von den Regentropfen in der strahlenden Sonne und am Horizont bildeten sich Regenbögen. Diese Schönheit der Natur werde ich niemals vergessen und ich bin sehr dankbar für dieses Erlebnis.

Unsere Erde ist so reich an Naturwundern und wir vergessen oft dankbar zu sein, dass wir auf dieser wunderschönen Erde leben dürfen. Wir sollten viel öfter aus unserem Heimatland hinauskommen. Von unseren Bildschirmen hochschauen, einen Flug buchen und uns ein eigenes Bild von unserer schönen Erde machen. Findet ihr nicht?

Regenbogen am Strand von Kenia

Paradies in Kenia, afrika

UNVERGESSLICHE SAFARI-TOUR

Meine Mutter und ich haben in unserem Urlaub eine kleine Safari, mit einem Jeep gemacht. Es war so aufregend durch die Natur zu fahren. Durch Schleichwege, vorbei an Sümpfen und Felsen, um wilde Tiere zu suchen. Die Erde war rostrot, weil sie sehr Eisenhaltig ist und durch den vielen Regen rostet. Um uns herum so viele unbekannte Geräusche, von unglaublich vielen lauten Grillen, Affen und Vögeln. Wir haben Giraffen, Ochsen, Antilopen und Wildschweine in freier Natur sehen können. Anschließend sind wir mit einem Safariführer zu Fuß durch die Wildnis gewandert, hinunter zu einem wunderschönen Wasserfall. Die Wege waren schmal und umschlossen von hohem Gestrüpp. Man konnte sehen wo Elefanten hergelaufen waren, durch platte Pflanzen und umgeknickte Sträucher. Ganz vorne unser Safarileiter, mit einem Gewehr in der Hand, falls uns ein Löwe oder anderes Tier angegriffen hätte. Später sind wir zu einem Aussichtspunkt gefahren, über den endlosen Regenwäldern. Das war der schönste Ort den ich je gesehen habe.

Aussicht über Regenwald Kenias

Safari durch Kenia

Infinity Pool in Kenia

NEPTUNE VILLAGE BEACH RESORT

Wenn ihr nach Kenia fliegen möchtet und einen Hoteltipp braucht, kann ich euch das Neptune Village Beach Resort nur empfehlen! Unser Hotel war der absolute Wahnsinn! Unser stilvoll kenianisch eingerichtetes Hotelzimmer hatte einen wunderschönen Blick auf den Strand. Die Hotelanlage war voll mit Kokospalmen, Blumen und Bananenstauden und das einheimische Buffet war super lecker! Der Pool war endlos lang und reichte augenscheinlich bis ins Meer. Die einheimischen Mitarbeiter waren immer super nett und aufmerksam. Das Hotel hat seine 4 Sterne absolut verdient!

Neptune Village beach Resort in Kenia. Afrika

Kenianische Architektur

Neptune Village Hotel in Kenia

UNSERE PERSÖNLICHE GRENZERFAHRUNG IN KENIA

Kenia ist einfach unbeschreiblich schön und von den Farben her meiner Meinung nach, nochmal beeindruckender als Thailand. Trotzdem würde ich nicht nochmal nach Kenia fliegen, jedenfalls nicht im Moment und in der derzeitigen Lage dort. Denn egal wie unfassbar schön das Land ist, die Sonne lacht schadenfroh über dem Elend des Landes. Das ist die andere Seite Kenias, die man nicht verschweigen darf. Ich erzähle euch von meiner Erfahrung mit der Armut des Landes und warum wir in manchen Situationen sogar Angst hatten.

Es fing an, als wir in Kenia irgendwann in der Nacht landeten. Wir waren die einzigen „Ausländer“ die aus dem winzigen Flughafen traten. Wir spürten die warme Luft und wollten nach einem anstrengenden Flug nur noch ins Hotel. Um uns herum standen viele Männer, die uns zuriefen zu ihnen zu kommen. Meine Mutter und ich waren überfordert. Wir standen nur da und haben irgendeine Kennzeichnung von TUI gesucht. Niemand von den Männern hatte ein Schild oder irgendeine Ausweisung, dass er von unserer Reisegesellschaft war. Wir gingen unsicher auf einen Mann zu der „TUI“ rief. Je näher wir den Männern kamen, umso lauter schrien sie uns an. Sie schrien uns nach Geld an, aber auf so eine aggressive und verachtende Art und Weise, dass wir richtig Angst bekamen. Der Mann der sich zu TUI bekannte nahm uns die Koffer aus der Hand und zog sie zu einem verdunkelten Van. Meine Mutter und ich gingen ihm hinterher, gefolgt von den anderen Männern. Als unsere Koffer in den Van geworfen wurden dachte ich wirklich, dass wir jetzt verschleppt werden. Auch wenn wir Angst hatten, waren wir irgendwann froh, die anderen Männer hinter uns gelassen zu haben. Wir sind immer weiter in die tiefe Nacht hinein gefahren. Durch das Fenster konnte man hunderte von Menschen sehen, die nebeneinander gereiht an Hauswänden und Mauern schliefen. Irgendwann musste unser Auto auf einem Schiff den Fluss überqueren. Ein verkrüppelter alter Mann versuchte unser Auto zu putzen. Er klopfte immer wieder an unsere Scheibe und bettelte nach Geld. Es war so schlimm den armen Mann in seiner aussichtslosen Lage so leiden zu sehen. Bald nach der Überfahrt fuhren wir durch das Tor einer langen Mauer umringt von Stacheldraht, hinein in die Hotelanlagen. Wir waren so froh dass unser Fahrer uns sicher ins Hotel gebracht hatte.

DIE DRITTE WELT

In Kenia herrscht eine schreckliche Armut. Es ist ein Teufelskreis. Die Menschen kommen nicht mehr nach Kenia, weil die Armut immer größer wird und es dadurch für Touristen gefährlicher ist. 2 von 3 Hotels sind geschlossen, weil keine Touristen mehr kommen, weswegen noch mehr Kenianer ihren Job verlieren. Auf unserem Weg zur Safari haben wir Kenia nochmal im Hellen sehen können. Die kleinen Dörfer bestehen aus winzigen Plastikhütten, die eng aneinander und übereinander aufgebaut sind. Meist konnte man in die „Hütten“ hinein schauen. Die Menschen leben dort im Müll unter den minderwertigsten Lebensbedingungen. Zwischen Eseln, Schweinen und Hunden wohnen Menschen, die teilweise nicht einmal Schuhe haben. Es war schockierend und aufrüttelnd zu gleich. Im Fernsehen waren die Bilder immer so weit entfernt, bis man die Armut mit eigenen Augen zu sehen bekommt. Alles was zu Hause passiert, all die kleinen Sorgen und Probleme im Alltag lösen sich in Luft auf. Ich habe mich auf einmal so geschämt für jedes meiner „Erste-Welt-Probleme“. Seid dieser Erfahrung weiß ich viele Dinge so viel mehr zu schätzen. Wir haben in Deutschland einen überdurchschnittlich guten Lebensstandard. Jeder kann zur Schule gehen und den Beruf wählen den er möchte. Wir sind frei und können Reisen wohin wir wollen. Wir müssen nicht um unser Leben kämpfen. Das einzige was wir endlich bekämpfen müssen ist unsere ständige Unzufriedenheit und Negativität. Wir haben Kinder zwischen Müllbergen lachen und spielen sehen. Sie sahen glücklich aus in dem Moment. Dann müssten wir das doch auch hinkriegen!

REISEN IN ARMUTSLÄNDER?

Ich würde zurzeit nicht noch einmal nach Kenia reisen, weil es für meine Mutter und mich teilweise zu gefährlich war. Das war aber nicht immer so. Generell ist es schwierig zu sagen in welches Land man reisen kann und in welches nicht. Vor Marokko hatten uns beispielsweise auch viele gewarnt, völlig zu Unrecht. Reiseberichte sind da oft hilfreicher als die Informationen von Reisebüros.

Es ist wichtig zu sagen, dass nicht alle armen Länder gleichzeitig gefährlich für Touristen sind. Auch Thailand beispielsweise, ist ein sehr sicheres Reiseland und wird durch den wachsenden Tourismus immer mehr gestärkt. Viele verurteilen Menschen, die in arme Länder verreisen. Ja es ist manchmal etwas prikär. Gerade in Kenia war es besonders extrem. Als reicher Europäer durch das Land zu fahren und sich hinter den Mauern in die sicheren Hotels zu „verstecken“. Ich habe mich sehr schlecht gefühlt in diesem Moment. Bis wir mit den Kenianern oder den Einheimischen in Marokko selbst, über den Tourismus geredet haben. Alle waren unglaublich nett zu uns und wollten uns den Aufenthalt so schön wie möglich bereiten. Sie haben uns darum gebeten wieder in ihr Land zu reisen und am besten mit so vielen wie möglich. So viele Menschen leben von den Touristen und haben Spaß an ihrem Job. Reiseleiter, Animateure, Putzfrauen, Barkeeper, Ärzte, Köche, Servicemitarbeiter, Tourguides und sämtliche andere Berufsgruppen. Wenn die Menschen nicht mehr nach Afrika reisen wollen, geht es den Menschen dort noch schlechter. Daher finde ich es nicht verwerflich in ärmere Länder zu Reisen, wenn sie sicher sind.

Mir ist es wichtig in meinem Leben so viele Länder, Kulturen und Menschen wie möglich zu sehen. Nicht nur die schönen, sondern auch die traurigen Erfahrungen, bringen einem so unglaublich viel fürs Leben. Wie denkt ihr über das Thema? Würdet ihr in Entwicklungsländer reisen? Schreibt doch mal eure Erfahrungen und Meinungen in die Kommentare. Mich würde wirklich interessieren wie ihr über das Thema denkt. 🙂 ❤️

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